Eis-Fahrt 2012 

Pontallier sur Saone,  20. April bis 27. April 2012

 Donnerstag, 19. April 2012

Was sich am Tag zuvor schon ankündigt hatte, bewahrheitet sich jetzt, unser Boot stand in Hochfelden nicht zur Verfügung. (Später erfuhren wir von einem Brand im Hafen Hochfelden bei dem alle dort liegenden Boote beschädigt wurden).
Unser Reisebüro kümmerte sich intensiv um ein neues Boot und einen neuen Hafen. Wir waren von der Entfernung her etwas eingeschränkt, was die Sache nicht vereinfachte.

Als die Jungs zum Packen kamen, hatte sich die Lage soweit geklärt dass uns ein Boot in Pontailler erwartete.
Beim Packen zeigte sich unsere ganze Professionalität und die Sache war schnell erledigt. Der Bus wurde meisterhaft beladen und auch im Anhänger wurde jeder Quadratmillimeter genutzt.


Beschreibung: E:\Fahrt\SAM_4377.JPG Beschreibung: E:\Fahrt\SAM_4379.JPG

Beschreibung: E:\Fahrt\SAM_4380.JPG Beschreibung: E:\Fahrt\SAM_4382.JPG

 

 

 

 

 

 

 

 


Freitag, 20. April 2012
 

Am Freitagmorgen traf sich die Bustruppe um die Reise anzutreten. Chris hatte den Bus seines Schwiegervaters entwendet und als er bei Klaus ankam wurde der letzte verderbliche Proviant verladen. Dabei stellt sich heraus dass unser Anhänger ein Leck hatte. Es hatten sich Wasserlachen auf dem Boden gebildet die Grund zur Besorgnis gaben.
Wir mussten die Abdeckplane losmachen um zu sehen was da passiert war. Es stellte sich heraus dass die Styroporboxen die wir am Vortag mit Eis gefüllt hatten, undicht waren und durchsiften. Die ganze Arbeit vom Vortag war umsonst, alles wurde nochmal in die Hand genommen und umgepackt.

 

Als dies geschehen war hängten wir den Anhänger an den Bus und machten die üblichen Funktionstests. Die Bremslichter funktionierten nicht!
Hans und Stefan begannen sofort den Bus auseinander zu nehmen um die Sicherung zu wechseln. Nach einer weiteren halben Stunde war es endlich erledigt und wir konnten mit einer Gesamtverspätung von einer Stunde endlich losfahren.

Zuvor wurde das obligatorische Mannschaftsbild gemacht.

Chris hatte das Gefährt sicher im Griff und schaffte es ohne nennenswerte Zwischenfälle  mit einigen wenigen Pinkelpausen sicher nach Pontailler.

Einzig der Biertisch der auf der Autobahn, der dem  vor uns fahrenden Transporter  von der Ladefläche fiel hätte uns etwas Kopfschmerzen bereitet, zu unserem großen Glück blieb der Tisch aber  flach auf die Fahrbahn liegen und Chris umfuhr das Hindernis gekonnt.


In Pontailler trafen wir einen alten Bekannten,  den Hafenmeister. Er hatte uns schon einige Male betreut und auch diesmal war der Kollege richtig locker drauf. Er wurde vom Verleiher vorab informiert und zeigte uns gleich das diesjährige Boot.
Ein war ein absoluter Luxusschlitten, das Tarpon 49! Wir kamen aus dem Staunen über so viel Luxus an Bord nicht mehr heraus, das Boot hatte eine Klimaanlage, einen Geschirrspüler, einen Kühlschrank an Deck, Flachbildschirm und Satellitenanlage und jede Kajüte hat eine eigene Toilette!

Wir versprachen ihm hoch- und heilig auf das Boot aufzupassen und konnten schon kurz nach der Einweisung ohne Probefahrt das Boot übernehmen. Leichter Regen setzte ein und es sollte nicht das letzte Mal sein das wir bei dieser Fahrt nass wurden. Beim Beladen hatte Hans noch seine persönlichen Probleme mit der Bodenhaftung und probierte es doch tatsächlich mit einem mehr oder minder gekonnten Spagat.

Die Ausfahrt aus dem Hafen Pontailler dauerte ein bisschen da sich erst noch ein anderes Boot durch die schmale Einfahrt quälen musste. Als es dann soweit war (18:15 Uhr) spielte Chris uns ein Ständchen auf seinem Dudelsack. Klaus steuerte das Boot sicher aus dem Hafen und wir hielten Richtung Nordost auf Gray zu. Da es schon ziemlich spät war suchten wir einen Anlegeplatz für die Nacht der sich schnell fand.

Hans hatte zu Hause, fürs erste Abendessen, eine Leckerei  vorbereitet auf die wir uns alle schon sehr freuten, Schweinsrouladen mit breiten Nudeln und leckerem Gurkensalat. Es war ein wahrer Genuss, alle schlemmten bis nichts mehr in die Wampe reinpasste.
Als Abendprogramm bot sich das Endspiel um die Eishockeymeisterschaft zwischen den Adlern und den Eisbären an. Chris konnte mit einer Spezialschaltung sogar eine Liveübertragung bei zaubern.

 

Samstag, 21. April 2012

Michel machte das Frühstück, bei den ganzen vielen Sachen die er da zu erledigen hatte fand er noch Zeit ein leckeres Frühstücksomelette zu zaubern. Es kam nur leider etwas spät auf den Tisch.

Als wir ablegten war uns das Wetter schon nicht mehr wohlgesonnen, dicke schwarze Wolken hingen am Himmel und es war offensichtlich nur noch eine Frage der Zeit bis der erste Schauer uns beglückte. Klaus hat trotzdem noch Zeit und Muse kurz vor Gray vor der Einfahrt zu unserem


Hafenbecken einen Irren Ivan zu drehen.

Das war wohl zu viel für den Wettergott und er ließ einen netten Hagelschauer auf uns nieder. So was gab es noch nie in unserer Geschichte der Bootsfahrt.

In Gray legten wir an der Stadtseite an und Volker, Chris, Michel, Harald und Klaus gingen erstmal von Bord um ein paar Einkäufe zu tätigen. Klaus hatte für die Fahrt 2013 ein paar Bootsaufkleber entworfen und als die Jungs sich nach dem anstrengenden Einkauf bei ein paar Bierchen erholten, klebte Chris bei einem seiner Toilettengänge einen dieser Aufkleber auf die Innentür. Zu guter Letzte klebte Klaus noch einen auf die Eingangstür, umso jeden der den Supermarkt betrat, zu zeigend das wir schon mal hier waren. Mit Rückkehr der Einkäufer legte das Boot zügig ab und wir fuhren die Saone weiter stromaufwärts.

Das Wetter war extrem bescheiden, stürmisch, kalt und der Regen spielte mit uns Katz- und Maus. Regenklamotten an, Regenklamotten aus und das im stetigen Wechsel.

Hans und Klaus waren heute ausersehen das Abendmahl zuzubereiten. Hans hatte dafür extra schweineteures Rindfleisch besorgt um für jedes Crewmitglied ein gepflegtes 400gr Steak zubereiten zu können. Unter fachlicher Anleitung von Klaus und Volker versuchte Hans das 4kg Stück in acht gleich große Teile zu zerlegen was er aber nicht schaffte. Ergebnis waren 11 Teile unterschiedlicher Größe und Dicke. Danach waren die Zwiebel anzudünsten und dabei entwickelte sich eine starke Rauchentwicklung in der Kombüse die zu allerlei Geläster durch die Crewmitglieder führte.
Die Steaks wurden dann von Hans fachmännisch und minutengenau angebraten und bei Niedertemperatur in den Backofen gesetzt. Die mitgebrachten Scampys wurden anschließend von Klaus angebraten und später mit den Steaks verheiratet, Surf ´n Turf.

Das Essen war lecker und alle waren mal wieder boppelsatt und konnten kaum noch den Salat anschauen.

Später als die meisten aus ihrem Fresskomma erwacht waren spielten wir noch ein paar Runden Vertrauensschnauz ohne Hölzer, was zu neuen Erkenntnissen führte.
(Ich war als erster weg, muss erst noch bescheiße lernen). Irgendwann spät wurden die Lichter gelöscht und die Sägewerke nahmen ihren Betrieb auf.


Sonntag, 22. April 2012

Unser Ziel hieß Soing, um dorthin zu kommen mussten wir ein paar Flusskilometer hinter uns bringen. Kurz vor der ersten Schleuse des Tages, trübte sich das Wetter blitzschnell ein, der Schleusenwärter ließ uns noch einfahren und schloss dann das Tor hinter uns, kurz bevor der Hagel zuschlug.
Es war ein Wunder, wir hatten erstmals Eis auf dem Oberdeck, schnell wurden Mixgetränke nach oben gereicht um der Schleusenmannschaft den Aufenthalt so erträglich wie möglich zu machen.

Direkt nach dem Schleusendurchgang hellte sich wieder alles auf und die Sonne strahlte.

 

 

 

 

Chris packte kurz vor dem Tunnel sein Dudelsack aus und unter ohrenbetäubender Musik glitten wir, sicher gesteuert von Klaus, unter dem Berg hindurch. Die Strecke hatte einige Engstellen, gerade noch passend für unser Boot, auf jeder Seite noch maximal 30cm Platz. Wir machten ein Spiel daraus und durchfuhren die Engstellen oder wie wir sie dann nannten,  Mumus oder Flutschstellen, mit Höchstgeschwindigkeit nur mit etwas Bugstrahlruder.

Der nächste Hagelschauer traf uns als Michel und Klaus vor einer Schleuse das Boot sicherten, die Hagelkörner prasselten nur so herunter. Die restlichen Jungs beobachteten unter Deck wie die beiden da draußen standen, als das Ganze etwas nachließ, wurden sie mit etwas Flüssignahrung versorgt damit sie durchhielten.
Irgendwas lief schief an diesem Tag,


auch diese Schleuse funktionierte nicht richtig, nach unserer Einfahrt und der Betätigung des Mechanismus, schloss sie nicht. Wir mussten die Lichtschranken manuell auslösen und so den Schleusenvorgang in Gang setzen.
Bei strahlendem Sonnenschein übernahm dann wieder Hans das Ruder und schipperte das Boot gekonnt aus der Schleuse. Wir fuhren den wunderschönen Seitenarm der Saone entlang wo an beiden Ufern der Wald bis an das Ufer reichte und erreichten dann Soing. Leider hatte unsere Hafenbar geschlossen, so mussten wir uns mit dem Bordproviant versorgen.

Heute war Grilltag, sogar Griechischer! Volker und Stefan hatten die

Fahrt über schon die leckeren Fleischspieße gesteckt, so brauchten wir eigentlich nur noch einen Grill mit genug Hitze darin. Ralph, Chris und Stefan kümmerten sich um die Grillkohle während die anderen sich bei einigen Biers und Boule vergnügten. Immer wieder kam von der Grillseite der Jubel bei Toren der Adler rüber gerauscht. Alle freuten sich über die Treffer der Adler bis zur 52. Minute waren wir sogar Deutscher Meister. Doch dann die große Enttäuschung, die Adler verloren noch das Spiel und wir mussten auf das letzte Spiel in Berlin warten.

Wir wurden durch die leckeren Spieße etwas besänftigt die später zusammen mit wunderbaren Salat und Tsatsiki und Fladenbrot kredenzt wurden.

Später zeigten Chris und Klaus noch das neue Boots-Bingo mit YCM Regeln.  Nach der zweiten Runde waren alle müde und es kehrte Ruhe ein an Bord.


Montag, 23. April 2012

Nach dem Frühstück mussten wir bei schlechtem Wetter weiterfahren. Die Probleme an den Schleusen hielten an, jede machte Probleme und wir mussten immer wieder von Hand nachhelfen. Das Freitagshalleluja brachte ein wenig Stimmung während der trockenen Tunneldurchfahrt. Es stand 3 für Klaus zu 1 für Hans bei Tunnels. Scey sur Saone kam in Sicht, wir legten an einem bekannten Anlegeplatz an und Michel und Chris begannen sofort das Boot zu reinigen. Fünf Jungs machten sich auf den Weg um Proviant oder Getränke zu besorgen aber Scey hatte Ruhetag, nur die kleine Meerjungfrau stand einsam und verlassen herum. Es war kein Supermarkt  oder Laden geöffnet. Bei ihrer Suche nach Nahrungsmittel fanden die Jungs dann doch noch einen kleinen Laden wo es Brot und andere Dinge zu kaufen gab. Angeblich hatte Klaus Vogelfutter gekauft was sich aber später als Rohrzucker heraus stellte.   
Ohne einen kleinen Einkehrschwung begaben sich die Jungs an Bord. Michel bereitete später dann einen kleinen Nachmittagshappen zu.  Die Rouladen und verschiedenste andere Dinge wurden sinnvoll und schmackhaft zubereitet und mundeten sehr. Zu Abend gab es dann noch viel zu viele Schinken-Nudel mit Ei mit denen wir uns vollstopften.

Diesmal spielten wir als abendliche s Bootsspiel unser bewährtes 15Tot, nachdem zum 17. Mal die Regeln erklärt wurden, hatten wir noch einige unterhaltsame Runden mit Richtungswechsel und Spaß.


Dienstag, 24. April 2012

Es war wieder ein Frühstück an das sich keiner erinnern würde. Der Wind blies uns stetig und stark an den Steg, nur mit voller Maschinenleistung schafften wir das Ablegemanöver und schipperten gen Süd-Westen. Chris und Klaus hatten die erste die Wache, mit Irischer Musik und ausreichend Getränken hielten sie es an Deck aus.

An der großen Kreuzung kamen bei den beiden bezüglich der Fahrtrichtung Zweifel auf, ein Irrer Ivan und der intensive Blick in die Flusskarte brachte Klarheit über die Richtung, die einzuschlagen war. Die wohlumsorgten, wohlbehüteten und schläfrigen Crewmitglieder bekamen von der brenzligen Situation nichts mit und wähnten sich sicher schlafend in ihren Kojen.
Wenige Aufmerksame erkannten die 360° Grad Runde und begaben sich an Deck um die Situation einzuschätzen.

Daraus entwickelte sich eine der bemerkenswertesten Begebenheiten bei der Yachting Crew Millennium. Hans und Michel hatten die zweite Wache, Hans wurde eingeschnürt, wasserdicht verpackt und ans Steuerrad gehockt, in regelmäßigen Abständen wurde er mit Getränken versorgt damit keine Gefahr bestand das er  erfror.

Der im Decktisch eingebaute Grill wurde in Betrieb genommen um darauf Getränke warm zu machen. Es gab feinster Winter-Jack lecker warm und sanft im Abgang, das erste Deckgetränk das wärmer als die Umgebungstemperatur und nicht im Kaffeebecher war. Unterwegs versuchten wir uns noch mit ein paar Spielen abzulenken, unter anderem versuchte Chris einen Apfel zu fangen den er über eine Brücke warf als wir darunter hindurch fuhren. Es regnete dann mal aus allen Himmelsrichtungen aber die Moral der Mannschaft war bemerkenswert gut, wieder hielt uns der Halleluja Song ein wenig oben, genauso wie die Aussicht mit der nächsten Ablösung um unter Deck zu kommen in Vollies beheizte Back

um sich wieder aufzuwärmen.




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da irgendwann keiner mehr Lust hatte zu fahren, suchten wir uns später einen netten Anlegeplatz in dem kleinen Hafen vor dem letzten Tunnel und bereiteten uns auf das Abendessen vor. Nach dem Essen wurde das YCM Trinkspiel ausgepackt und lustig wurde es dann auch wieder.


Mittwoch, 25. April 2012

Ab hier gibt es keine weiteren handschriftlichen Aufzeichnungen von den Vorgängen während der  Fahrt der Yachting Crew Millennium mehr.

Durch den glücklichen Umstand dass die bordeigene Kamera fortlaufend Aufzeichnungen machte lässt sich ein Ablauf der der letzten Tage nachvollziehen.

Achtung, wir möchten darauf hinweisen das die nachfolgenden Bilder nicht für Personen unter 16 Jahren oder für Menschen mit schwachen Nerven geeignet sind.


Hier in chronologischer Reihenfolge:

 




26. April 2012


27. April 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ende der EIS Fahrt 2012

 

Beschreibung: http://www.ycm-sandhofen.de/tagebuecher/YCM-Logo-neu.jpg