Homps         Lebensqualität - Fahrt 2010      Homps

Homps, Canal du Midi vom 23.April bis 01. Mai 2010

 

Freitag, 23. April 2010

Lebensqualität2010 (01)Abweichend zu unserem Plan konnten wir erst Freitag packen, das Mietfahrzeug wurde von Stribbel und Hortie an diesem Morgen in Speyer abgeholt. Hortie brachte es dann zur Packzeit 17:00 Uhr pünktlich zu Cake mit.

Routiniert wurde der 9-Sitzer Bus beladen so dass wir sogar auf den Anhänger verzichten konnten den Scampy vorsichtshalber schon mal besorgt hatte.

Alles lief wie am Schnürchen und nach dem Probesitzen, bei dem auch die Mädels und Kinder mal im Bus Platz nehmen durften, verabschiedeten sich die Jungs recht schnell.

 

Samstag, 24.April 2010

Abfahrt morgens 01:00 Uhr!
Hortie war der erste, er brachte den beladenen Bus mit. So nach und nach trafen dann auch alle Crewmitglieder ein, einzig unsere beiden Ausflügler waren weit und breit nicht zu sehen. Scampy war dann der erste der beiden der auftauchte immerhin noch kurz vor der vereinbarten Abfahrtszeit. Chris ließ ein wenig länger auf sich warten und war auch ziemlich sauer als er noch dazu von einigen Bootskameraden wegen der Verspätung angemeckert wurde.

Schlussendlich saßen alle drin und die Fahrt 2010 konnte endlich beginnen. Später erzählte uns Chris das er auf dem Weg zum Treffpunkt noch in eine Polizeikontrolle geriet die dann seine Verspätung verursacht hatte.

Stribbel war der erste Fahrer, als Beifahrer hatte er Vollie und Alter bei sich vorne sitzen. Die erste Pinkel- und Tankpause gab es erst so gegen 5 Uhr als wir schon Frankreich erreicht hatten. Lebensqualität2010 (10)
Fahrerwechsel, Hortie übernahm das Steuer und die Beifahrer gleich mit. Erste richtige Pause, Stiffel verteilt den Reiseproviant Schnitzel mit Nudelsalat der sehr lecker schmeckte.

Lebensqualität2010 (48)Lebensqualität2010 (15)Fahrerwechsel, Satchmo war als letzter dran, hier wurde auch das ausgemergelte Beifahrerteam gewechselt. Chris und Cake setzten sich mit vorne dazu. Die Fahrt durch Lyon war schon ein wenig abenteuerlich aber durch die unglaublichen Ortskenntnisse der Front-Drei kam die Crew schnell und zügig durch.

Lebensqualität2010 (61)Pünktlich um 12:00 Uhr erreichten wir den Hafen von Homps, der Hafenmeister hatte natürlich schon Mittagspause. Wir futterten die zweite Ration Schnitzel mit Nudelsalat, tranken unser erstes gemeinsames Bier, legten uns ins Gras uns schliefen erstmal alle ein wenig.

Kurz vor 15:00 Uhr tauchte der Hafenmeister wieder auf und wir konnten die Formalitäten recht schnell abwickeln, erfreulicherweise sprach er ein recht gutes und verständliches Deutsch. Die Einweisung an Bord hatte den Witz das keiner, Lebensqualität2010 (78)auch unsere ausgebildeten Dolmetscher Chris und Stiffel nicht, ein einziges Wort von dem verstand was die Jungs uns da vorlaberten. Nach viel d’accord und oui konnten wir die beiden mit einem Bier in der Hand von Bord komplimentieren.

Es war jetzt unser!

Lebensqualität2010 (84)Cake versuchte das Boot aus der engen Liegestelle rauszumanövrieren, doch die Boote waren so gequetscht das sich die Fender verwickelten. Es gab kein vorankommen, Cake und Alter mussten die Fender von Hand entknoten während Scampy das

Lebensqualität2010%20(86)Boot mit viel Gas versuchte vorwärts zu bewegen.
Endlich frei schoss das Boot wie ein Korken aus der Flasche und wir mussten extrem aufpassen nicht schon im Hafen einen Crash zu bauen.

Die Fahrt ging in Richtung Westen, erste Ortschaft La Redorte, wir schafften am ersten Tag tatsächlich schon 5 Schleusen, Lebensqualität2010 (101)Lebensqualität2010 (133)Lebensqualität2010 (118)
Lebensqualität2010 (143)Lebensqualität2010 (159)Lebensqualität2010 (152)das war Rekord.


Das Wetter war herrlich, das Bier war kalt und die ersten Mischgetränke schmeckten hervorragend, es musste einfach eine klasse Woche werden.
Kurz nach Flusskilometer 132 noch vor dem Aqueduc St. Martin legte Hortie einen perfekten Irren Ivan hin und wir machten das Boot nahe der gleichnamigen Schleuse am Ufer fest. Es war 18:00 Uhr.

Lebensqualität2010 (193)Jetzt war endlich Zeit das jeden Mal seine Kajüte einräumen konnte, so nach und nach brauchte dann auch jeder sein Überraschungsgetränk, Kaffeetasse und Schnapsglas zum Vorschein oder entdeckte recht schnell was er vergessen hatte.

Lebensqualität2010 (196)Hortie nahm sich Zeit um für die Vorbereitungen für das Abendessen persönlich in der Kombüse zu erscheinen. Sein Assistent Stiffel war fürs Nudelabkochen zuständig und wie das so schon immer war konnten die beiden ihren Job nur mit einer großen Menge alkoholischer Flüssigkeit und vielen guten Ratschlägen ihrer Kameraden bewältigen. Der Tisch war noch nicht gedeckt doch Alter hatte, vor lauter Hunger, schon mal Platz genommen und fing an im Salat rumzupicken.

Lebensqualität2010 (218)Heike, Hortie Frau, hatte für uns ein unglaublich leckeres Essen vorbereitet das alle mit großem Appetit verspeisten, es gab Fleischrouladen mit breiten Nudeln das ganze in einer wunderbaren braunen Soße. Satchmo der mit Hortie vorne am Tisch saß, hatte mal wieder keine Ruhe im Hintern und irgendwann gab der kleine Hocker, der wohl ein wenig überlastet war, mit einem Wehklagen nach und brach unter ihm zusammen. Satchmo lag wie ein Maikäfer auf dem Rücken und aus der Mannschaft konnte ihm erstmal keiner helfen da alle vor Lachen nach Luft schnappten. Eine alte Zimmermannsweisheit hatte sich bewahrheitet „Holz spricht bevor es bricht“ darauf hätte Satchmo wohl hören sollen. Schnell holte er sich vom Oberdeck einen stabileren Stuhl und hatte damit für den Rest der Fahrt Ruhe.

 

Lebensqualität2010 (203)Nach diesem hervorragenden Essen und der Showeinlage von Satchmo ließen wir uns die mitgebrachten Leckereien auch noch schmecken und so mancher Verdauer wurde auf die drei Fahrer getrunken. Die lange Fahrt hatte jeden geschlaucht, so nach und nach legte sich der Großteil der Mannschaft in die Kajüten, bis auf einige wenige die am Oberdeck noch den Vollmond bewunderten und darüber sinnierten ob man sich einen Mondbrand holen könnte und eventuell Mondmilch hätte mitnehmen sollen.

Doch auch dies fand ein schell Ende und kurz vor Mitternacht war im Boot vollständige Ruhe eingekehrt.


Sonntag, 25. April 2010

Lebensqualität2010 (225)Lebensqualität2010 (224)Sensation an Bord! Zum Frühstück waren alle versammelt und das um 8:00 Uhr. Die Crew sah zwar noch verschlafen aus war aber vollzählig und nach den Essen gab es noch ein Überraschung für drei Crewmitglieder die das Glück hatten bei bisher allen Fahrten dabei sein zu können. Stribbel hielt eine rührende Rede. 
Um den tollen Tagesanfang auszunutzen  ließ es sich Scampy nicht nehmen der Mannschaft ein Vitaminhaltiges Getränk zu servieren, es gab Bacardi-Orange und das morgens um halb Zehn!

Da die Schleusen jetzt auch geöffnet waren machten wir uns reisefertig und fuhren durch die Schleuse hindurch, es war eine dieser Doppelschleusen von denen wir auf dieser Fahrt noch einige zu passieren hatten. Mit Musik von Queen und einem weiteren Mixgetränk, Lummumba, Cola-Whiskey, machten wir uns auf die Fahrt Richtung Carcassonne.

Lebensqualität2010 (240)Lebensqualität2010 (228)Tolles Wetter, tolle Gegend, die Sonne brannte heiß aufs Deck und die Mannschaft richtete sich auf einen gemütlichen Fahr-und-Trink-Tag ein.

Lebensqualität2010 (257)Um 12:00 Uhr standen wir vor der Schleuse Trebes, Flusskilometer 118, vor dem Ort Trebes. Unser Plan war erst morgen in Carcassonne die Burg zu besichtigen um den Touristenmassen zu entgehen. Also hieß es das erste Bootsmannspiel aufzurufen.

Wir einigten uns auf ein Mannschaftsbouleturnier über best-of-four Spiele. Die Mannschaften wurden rasch ausgelost, Team 1 mit Scampy, Alter, Vollie, Team 2 mit Stiffel, Chris, Cake und Team 3 mit Satchmo, Stribbel und Hortie. Es wurde um jede Kugel gekämpft, das Spiel dauerte fast zwei Stunden und am Ende hatte Team 1 den ersten Sieg auf seiner Seite. Stribbel ließ es sich nicht nehmen und nutze danach die Gelegenheit sein Spiel zu präsentieren. Diesmal ging es um Hufeisenwerfen. Im Texasstil machten sich die Jungs dran und versuchten ihr Bestes. Nach 9 Innings und zahllosen Fehlwürfen hatte dann, nach einem erbitterten Stechen, Team 2 die Nase vorne und gewann Stribbels Bootsmannspiel.

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Nachdem der Ausgang des Spiels noch einige Zeit diskutiert wurde räumten wir unsere Sachen zusammen und legten ab. Es war schon Nachmittag, die Sonne schien irgendwie noch heißer und mit lauter Ballermannmusik fuhren wir zur Schleuse, die diesmal sogar eine Dreierschleuse war.

Lebensqualität2010 (397)Routiniert wie eh und je meisterten wir sie und schipperten Richtung Carcassonne weiter als es urplötzlich an der Engstelle Flusskilometer 116 zu einer Vollbremsung kam. Cake war am Steuer und hatte gewohnheitsgemäß schon weit vor der Brücke Hupsignale gegeben um den möglichen Gegenverkehr zu warnen.

Leider hatten das die drei entgegenkommenden Boote nicht erwidert und so standen wir uns mit ziemlich großen Augen und hektischem Hantieren (sie) gegenüber. Die Vollbremsungen hatten Wirkung gezeigt und die Boote ließen und vorbei, freundlich winkend gaben wir den Crews noch ein paar Verhaltenstipps für solche Situationen und fuhren unseres Wegs.

Lebensqualität2010 (372)Nach dieser Aufregung finden wir schnell zu unserem Rhythmus und Cake beginnt sein Afrika-Afrika-Tag mit der Musik und Tanz. Unser Alter zeigt ungeahnte Fähigkeiten und hätte sicher in jeder Afrika-Folkloretruppe seinen Platz.

Lebensqualität ist genau der richtige Ausdruck für unseren derzeitigen Zustand. Bei Flusskilometer 108, nahe der Schleuse St. Jean finden wir einen super Anlegeplatz an dem wir auch festmachen.

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Heute gibt es griechische Fleischspieße vom Grill mit Fladenbrot und griechischem Salat, unser Standardgrill Marke Dreibein ist schnell aufgebaut und entfacht. Cake hatte sich die letzten Jahre immer über die Bodenbeilage beim Grillgut beschwert und darf deswegen diesmal selbst grillen. Dies gelingt ihm auch recht gut den das Fleisch ist wunderbar zart und hat kaum üblen Nachgeschmack.

Nach dem Essen verteilten sich alle übers Boot und irgendwann waren auch die Letzten im Bett.

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Montag, 26. April 2010

Montag war Burgtag und scheinbar deswegen waren schon wieder alle gemeinsam so früh zum Frühstück erschienen. Um 9:30 Uhr war Abfahrt und schon um 11:00 Uhr lagen wir im Hafen von Carcassonne. Lebensqualität2010 (455)Lebensqualität2010 (462)
Chris verhandelte mit der hübschen Hafenmeisterin über unseren Liegeplatz und danach machten wir uns auf den Weg zur befestigten Altstadt von Carcassonne.

Lebensqualität2010 (465)Es wurde ein beschwerlicher Marsch bei sengender Hitze. Einzig das der Weg durch die Fußgängerzone und Einkaufsviertel der Stadt führte gab wenigstens den Augen etwas Freudiges zu sehen.

Lebensqualität2010 (493)Das ganze Gemäuer war schon beeindruckend aber wir hatten erstmal Durst und suchten uns ein nettes Lokal wo man draußen sitzen konnte. Leider hatte die Bedienung keine Lust uns nur etwas zu trinken zu servieren und gab uns zu verstehen das entweder Essen + Trinken oder Nix die Auswahl wäre.

Lebensqualität2010 (522)Also suchten weiter nach einer Tränke. Scampy hatte kurz drauf einen Schnellimbiss gefunden und dort 8 Bier für die Mannschaft geordert.

Lebensqualität2010 (548)Bei dem ganzen Rumgelaufe hatte sich jetzt doch auch noch Hunger eingestellt. Wir fanden direkt auf dem Marktplatz bei einem Restaurant noch Plätze im Freien und waren alle froh dass uns niemand mehr wegschickte. Die Speisekarte sah sehr vernünftig aus und jeder schien was für sich finden zu können. Außer unserem Alten, der wollte unbedingt Muscheln essen, diese gab es aber scheinbar nur in unserem Lokal nicht. Gestärkt mit gutem Essen und kaltem Bier begannen wir den Rückweg zum Boot.

Im Hafen angekommen, beglich Chris noch schnell die Liegegebühr für unser Boot und wir schipperten entspannt weiter.


Während der Fahrt führte Meister Cake seinen Kochlehrling Alter in die Kunst des Fleischpanierens ein, vorher war es erstmal nötig sich ausgiebig die Hände zu waschen und genügend Flüssigkeiten bereitzustellen. Die Planung war hervorragend, die Ausführung perfekt. Lebensqualität2010 (650)Lebensqualität2010 (647)

Derweil leisteten Stiffel, Chris und Satchmo schier unmenschliches und bereiteten eine delikate Grillkäseplatte und die Bratkartoffel für den Abend vor.

An diesem Tag war es schwer einen geeigneten Anlegeplatz zu finden aber mit Geduld und Spucke wurden wir direkt vor der Schleuse La Douce. Flusskilometer 100,  fündig und legten elegant an.

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Die Essenszubereitung schritt dann langsam in die entscheidende Phase als Stiffel und Cake begannen die Schnitzel anzubraten. Dicke Rauchwolken quollen schnell aus den Kombüsenfenstern und die tapferen Jungs konnten das ganze nur mit rauchfreier Trinkware aushalten.

Lebensqualität2010%20(665)Das Essen schmeckte klasse, die Getränke waren kalt, alles war gut, echte Lebensqualität, wie einer der Crewmitglieder meinte.

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Spät am Abend gab es noch im Bugzimmer oder Kinosaal 1 eine Spätvorstellung des Films Bruno der aber nur noch wenige direkt folgen konnten.

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Dienstag, 27. April 2010

Lebensqualität2010 (673)Alle lobten beim Frühstück das Bürstädter Schwarzbrot, das Problem war nur das wir da heute nicht mehr vorbei kommen würden. Einige waren darüber echt traurig.

Dienstag war Mexico-Tag mit toller Musik und rhythmischer Sportgymnastik. Cake versuchte seine Crewmitglieder zu animieren und wach zu halten.

Dieser Dienstag war auch ein prächtiger Schleusentag, immer drei Boote wurden gleichzeitig durch die Schleusen geschoben. Bisschen leid hatte uns das ältere Ehepaar getan die sich ganz schön abmühen mussten.

Chris hatte an der zweiten Schleuse Erbarmen und half ihnen von da an bei jedem Durchgang. Wir hatten unseren Spaß, die Musik war gut und laut und die Jungs ließen die Mixgetränke am laufenden Band aufs Deck rollen, alle hatten gute Stimmung und die Sonne tat ihr übriges dazu. Der Renner war dieser Black-Vodka-Energie-Drink im praktischen Steinformat für die Mannschaft über 35, der war der Hammer, alle konnten fliegen!

Lebensqualität2010 (738)Lebensqualität2010 (724)Einzig die Tatsache dass wir nicht mehr durch die große Schleuse vor Castelnaudry gekommen waren ließ uns ein wenig traurig sein. Diesmal unmittelbar vor der Schleuse St. Roch, Flusskilometer 68, machten wir fest und berieten uns über das Abendessen. Laut Speiseplan hätte es an diesem Tag Schinkennudel mit Ei geben sollen aber ein Blick in den Kühlschrank zeigte das noch ausreichend Schnitzel vom Vortag da waren also beschlossen wir folgenden Kompromiss: Wir machten leckere Miesmuscheln (am Vortag vom Einkaufsteam für Alter besorgt) in Tomaten-Knoblauchsoße, die Schnitzel und Nudel als Sonderwunsch gab es für Vollie zwei Spiegeleier.

Nach diesem erlesenen Mahl das wirklich keinen Wunsch offen ließ machten wir uns auf die Suche nach einer Sportbar um das Halbfinalspiel Bayern-Lyon sehen zu können. Chris, Satchmo, Alter, Stiffel, Scampy und Cake machten sich auf die Suche und wurden auch recht bald fündig. Das Spiel lief prächtig für die Bayern die dann auch siegten 3:0, wir konnten ein paar gemütliche Bootsgedecke zu uns nehmen und was noch am wichtigsten war, wir kamen unbeschadet aus der Bar wieder raus. An Bord angekommen wussten die Jungs schon über den Weltempfänger über den Spielausgang Bescheid.

Lebensqualität2010 (754)Auch an diesem Abend gingen alle recht zeitig schlafen.

 

 

 

 

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Mittwoch, 28. April 2010

Lebensqualität2010 (701)Nach dem Frühstück mit acht Mann (Alter) wurden wir die große vierstufige Schleuse hochgehievt und schipperten durch das Grand Bassin, dem großen Wasserbecken vor der Stadt Castelnaudry, am Point Vieux vorbei unter der kleinen Brücke durch und legten direkt vor der Hafenmeisterei im eigentlichen Hafenbecken an. Es war eine Hafenmeisterin und zwar keine unhübsche die gleich wissen wollte wie lange wir den bleiben gedächten. Aber wir wollten nur einen kleinen Versorgungsstop einlegen und wieder weg.
Also Einkaufen war angesagt, Hortie, Scampy, Satchmo und Vollie machten sich auf die Suche nach einem Supermarkt um die benötigten Dinge (Brot, Wasser, Grillfleisch, etc.) zu besorgen. Nach einiger Zeit kehrte Hortie bepackt wie ein Muli allein von der Tour zurück, die anderen hatten noch Lust auf eine kleine private Shoppingtour und waren so frei ihm alles, bis aufs Wasser, mitzugeben.

Lebensqualität2010 (764)Während dessen waren die anderen Jungs dabei dem Wesen des Bugstrahlruders auf den Grund zu gehen denn das funktionierte seit heute morgen nicht mehr, der Verdacht lag nahe das sich irgendwas in den Ansaugschacht gezogen hatte das die Welle blockierte. Stiffel nahm dazu die vordere Kabine auseinander. Stribbel hatte schon schweres Werkzeug in der Hand bis ihnen am Schluss dann doch in den Sinn kam es zu lassen und ab jetzt halt ohne Bugstrahlruder zu fahren.

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Als die drei Landgänger zurück waren, legten wir ab, wendeten das Boot und fuhren zurück Richtung Schleuse.
An dieser Stelle unserer Fahrt konnte man bei wolkenlosem Himmel tatsächlich die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen erkennen unser Hoffotograf Stribbel machte davon wahrscheinlich eintausend Bilder.

Die Schleuse hinunter war ziemlich einfach denn jetzt musste nicht jedes Mal ein Crewmitglied vorher aussteigen um die Leinen in den Schleusen entgegenzunehmen.


Lebensqualität2010 (782)Hortie fühlte sich am Steuerstand pudelwohl hatte mit Cake einen aufmerksamen unbeteiligten Beobachter neben sich, der einen freien Tag hatte. Auf der Fahrt schloss Scampy noch Freundschaft mit einem Schleusenwärter und Cake nutzte dessen Unaufmerksamkeit und brachte den YCM-Aufkleber an exponierter Stelle an. Alle freuten sich über den gelungenen Coup und griffen gerne zu den dargebotenen Mixgetränken.
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Satchmo bekam dann irgendwann Lust seine Asiatische Nudelsuppe zu machen und tat dies auch in einer dekorativen blauen Plastikschüssel, die dem guten und scharfen Geschmack Lebensqualität2010 (804)aber nichts anhaben konnte. Alle griffen munter zu und ließen sich die Suppe schmecken. Satt und zufrieden machte es sich die Crew auf den Ober- und Promenadendeck gemütlich und genoss die warmen Sonnenstrahlen und den vollen Bauch.

Wir schipperten an diesem Tag eine ganze Strecke und schafften tatsächlich rekordverdächtige 21 Schleusen auf 27 Kilometern.

Lebensqualität2010 (862)Lebensqualität2010 (892)Leider fanden wir nur einen zweitklassigen Anlegeplatz bei Villeseque, Flusskilometer 93. Der Grill war mal wieder schnell aufgebaut und brutzelte munter vor sich hin. Satchmo und Scampy waren die Grillmeister des Tages und hatten rießen Spaß an der Sache, Stiffel hatte im voraus schon mächtig viel Kartoffeln gekocht und geschält, um dann in aller Ruhe den Kartoffelsalat zubereiten zu können. Das Ganze war mal wieder ein Festessen und es hatte allen super geschmeckt.

Wir hatten schon lange kein Bootsspiel mehr gemacht und irgendwie lief uns ein bisschen die Zeit davon. Chris packte sein Spiel aus und wir begannen ein Schnapsroulette zu spielen. Am Ende waren alle aus Vollie so ziemlich blau und gingen in Ihre Kajüten.


Donnerstag, 29. April 2010

Lebensqualität2010 (916)An diesen Morgen vermissten wir nur eins, die Sonne! Nach dem Frühstück legten wir ab und fuhren weiter Richtung Carcassonne. Im Hafen legten wir an und Alter, Scampy, Chris und Cake machten die Proviantbesorgung. Vollie und Satchmo schlichen in die Stadt um die restlichen Mitbringsel für ihre Familien zu besorgen. Zu guter Letzt trafen sich alle sechs in der Lati8na-Bar und genehmigten sich einige Bootsgedecke und die Aussicht auf die hübschen Bedienungen.

Nach diesem Genuss begaben sie sich zurück an Bord wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden, um weiterzufahren. Zu unseren Missmut tat sich vorne an der Schleuse nichts da der Schleusenwärter lieber ein Schwätzchen mit seinen Kumpanen hielt. Cake lief an die Schleuse und machte den Jungs klar dass wir an diesen Tag gerne noch durchfahren würden.

Kurze Zeit nachdem dieses Hindernis geschafft war präsentierte Satchmo eine seiner leckeren kalten Wurst-Käse-Platten und alle griffen mit großem Appetit zu.

Lebensqualität2010 (958)Da die Zeit schon fortgeschritten war suchten und fanden wir kurz nach der Brücke vor Trebes bei Flusskilometer 116, nahe dem Aquädukt Pont-canal-d´Orbiel einen netten Liegeplatz und viel Freifläche am Ufer. Bevor das Boot festgemacht werden konnte wendeten wir es um mit den Toiletten Flussseitig zu stehen.

Lebensqualität2010 (975)Donnerstag war Spieltag, Alter hatte schnell sein Bootsspiel ausgepackt und aufgebaut, es sollte ein Mannschaftstorwandschießen geben. Nachdem wir das geschafft hatten war Cake Vielseitigkeitswettbewerb dran, man musste schnellstens Bier trinken, Knoten knoten, Rechnen, Springen und mit Boulekugel eine Dose treffen. Triebgesteuerte Enten führten zu einigen Spielunterbrechungen und Wartezeiten.

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Als Dritter präsentierte Vollie sein Tischtennis-Fußballspiel das wir mit viel Engagement angingen. Bei diesen ganzen Spielereien wurde das Abendessen komplett vergessen, da der Fisch schon aufgetaut war, unterbrachen wir, auch wegen der einbrechenden Dunkelheit, das Turnier und Stiffel und Scampy bereiteten schnellstmöglich das Essen zu. Lebensqualität2010 (1009) Lebensqualität2010 (1022)

Lebensqualität2010 (1028)So spät hatten wir noch nie an Bord zu Abend gegessen, es war 21:30 Uhr. Schnell wurde danach der Tisch abgeräumt und Vollies Turnier ging weiter. Die Spiele nahmen ihren Lauf bis es zum Gigantenduell zwischen Stribbel und Alter kam. Es war ein Spiel bei dem unbeschreibliche Spannung in der Luft lag, die Spieler waren zwischenzeitlich so hochkonzentriert das keiner mehr wusste wer eigentlich am Wurf war. Die Zuschauer die sich noch nicht zu Bett begeben hatten, begannen Randale auf den Rängen zu veranstalten. Um 2:00 Uhr Morgens wurde nach dem Siegtreffer von Alter der Turnierverlauf wegen Dunkelheit und Bodennebel abgebrochen. Alle wankten in ihre Kajüten.
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Freitag, 30. April 2010

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte es jetzt das erste Mal geregnet, der Temperatursturz von gefühlten 15 °C ließ uns beim Frühstück frösteln. Ein Crewmitglied prophezeite das Europa am Arsch wäre. Dem konnten sich alle nur anschließen.
Nach dem Frühstück machten wir uns schnellstens daran das letzte Stück unserer Strecke nach Homps zu bewältigen, das Ziel war vor 18:00 Uhr im Hafen zu sein  um unseren Bus noch aus dem Parkareal rauszubekommen.

Auf der Fahrt gab es zwischendurch noch mal Gemüsesuppe mit Würstchen oder belegte Brote mit Wurst.

Es war geschafft, 10 Minuten vor 18:00 Uhr liefen wir in den Hafen ein und holten schnellstmöglich den Bus an die Anlagestelle, damit konnten wir heute Abend noch mit dem Beladen beginnen. Lebensqualität2010 (1043)Der Platz war nicht optimal da wir direkt neben dem Naturufer standen, dadurch konnten wir die Bordtoiletten nur bedingt nutzen. Einige der Crewmitglieder gingen noch schnell in der nahe gelegenen Hafenmeisterei duschen, das wurde zum späteren Zeitpunkt immer schwieriger da mittlerweile auch andere Boote angelegt hatten und alle wohl den gleichen Wunsch hegten.

Lebensqualität2010 (1034)Das Boot wurde innerhalb kurzer Zeit entladen und Alter besorgte noch schnell auf seine unkomplizierte Art einen längeren Schlauch damit wir mit der Außenreinigung beginnen konnten. Auch einen kostenlosen Ersatzschrubber ließ Alter mitgehen um unseren Verlust von vor einigen Tagen zu ersetzen. Damit ausgerüstet begannen Hortie, Alter, Stribbel, Cake und Satchmo das Boot zu reinigen.

Stiffel und Scampy hatten währenddessen aus den Proviantresten ein Abendessen gezaubert, es gab Bratkartoffel, Spiegelei und panierte Wurstbrätlinge, die Chris und Cake vorher schon fachmännisch vorbereitet hatten. Das letzte Essen an Bord war köstlich.

Nach dem Abendessen versuchten manche noch ihr Glück in der Dusche, einige machten noch die einige Runden Schnauz und Würfelspiele, aber schnell war der Abend rum und alle lagen in den Kojen.

 

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Samstag. 01. Mai 2010

Unser elsässischer Hafenmeister erschien pünktlich um 09:00 Uhr und wir konnten nach kurzem Bootscheck die Formalitäten abwickeln und abfahren.

Lebensqualität2010 (1044)Unterwegs noch vor der Autobahn machten wir eine kleine Frühstücksrast an einer Tankstelle und besorgten uns das notwendige dafür.

Hortie hatte uns schon auf der Anreise von einem Steakrestaurant an der Autobahn vorgeschwärmt, so hatte jeder Heißhunger auf eine solche Delikatesse. Leider lag Horties letzter Besuch schon einige Jahrzehnte zurück sodass er sich nicht mehr richtig erinnern konnte wo dieses Etablisment war.

 

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Aus Verzweiflung hielten wir dann kurz nach 14:00 Uhr an einer Raststätte und futterten noch etwas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Rest der Reise verlief dank der engagierten und besonnenen Fahrweise unserer Fahrer ohne jegliche Zwischenfälle und wir erreichten den Heimatstützpunkt gegen 19:00 Uhr. Schnell war der Bus ausgeladen und die Crew verstreute sich in alle Winde.
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